Zwischenmolekulare Kräfte (ZMK)

  • 01.7 Struktur und Eigenschaften der Alkane

    1.7 Struktur und Eigenschaften der Alkane

    1.7.1 Bindungsverhältnisse

    a) Bindungsverhältnisse im Molekül lassen bestimmte chemische Verhalten voraussagen:

    • sehr starke Einfachbindung
    →   reaktionsträge
    • fast unpolare Atombindung 

    →   normalerweise keine Reaktion als Säure (auch keine Eigenprotolyse), da kein Proton abgespalten wird.

    →   bei starken Erhitzen bzw. starkem Angriff kommt es zur symmetrischen (radikalischen, homolytischen) Spaltung der Bindung.
    • keine freien Elektronenpaare
    →   kann nicht als Base reagieren (kann ja kein Proton aufnehmen)
    • keine Elektronenpaarlücke
    →   kann nicht als nucleophiles Teilchen reagieren

     

    b) Bindungen bzw. Kräfte zwischen den Molekülen (ZMKs) sind verantwortlich für die physikalische Eigenschaften (Siedetemperatur, Schmelztemperatur, Löslichkeit, etc.)

    • nur van-der-Waalskräfte
    • keine Wasserstoffbrücken
    • keine Dipol-Dipol-Wechselwirkungen 
    • Siedepunkt ist niedrig (steigt mit der Molekülgröße)
    • Schmelzpunkt ist niedrig (steigt mit der Molekülgröße)
    • Löslichkeit: schlecht mit Stoffen in denen starke Wasserstoffbrücken vorliegen
    • Löslichkeit: schlecht mit polaren Stoffen
    • Alkane lösen keine Salze, da sie keine Solvationshüllen ausbilden 

    Alkane sind typisch unpolare Stoffe (hydrophob, wassermeidend). 

  • 5.2.6 Mehrwertige Alkohole

    5.2.6 Mehrwertige Alkohole

     Erlenmeyer-Regel: Die Erlenmeyer-Regel besagt, dass nicht mehr als eine Hydroxylgruppe an einem Kohlenstoffatom sitzen darf. Versucht man trotzdem zwei Hydroxylgruppen an ein Kohlenstoffatom zu binden, so spaltet sich Wasser ab und es bildet sich eine Carbonylverbindung.

    Aus Gründen der Erlenmeyer-Regel kann es z.B. kein 1,1-Di-Hydroxy-Methanol geben. Was passiert, wenn man es trotzdem versucht wird in einem späteren Kapitel erklärt. 

    Der einfachste mehrwertige Alkohol ist Ethandiol ("Glykol"). 

    Aufgaben:

    1. Zeichne Ethandiol als Strukturformel. 
    2. Sortiere Ethan, Ethanol, Ethandiol nach steigender Siedetemperatur und begründe Deine Wahl.

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    1. 

     05 02 06 ethandiol glykol

    2.  Siedetemperatur: 

    Ethan (Sdt.: - 88,5 °C): nur London-Kräfte

    Ethanol (Sdt.: + 78,4 °C): DDW und H-Brücken

    Ethandiol (Sdt.: +197,4 °C): DDW und noch mehr Möglichkeiten für H-Brücken

    Info: Glykol (Ethandiol) ist eine dickflüssige (H-Brücken), giftige und süß schmeckende Flüssigkeit. Sie wird als Frostschutzmittel z.B. im Kühler von PKWs eingesetzt, weil eine Mischung von Ethandiol und Wasser die Erstarrungstemperatur herabsetzt: Grund: Störung der Kristallbildung durch Ausbildung von starken H-Brücken zwischen Ethandiol-Molekülen und Wasser. 

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    3.  Zeichne Propantriol
    4.  Beurteile die Löslichkeit von Propantriol in Wasser und n-Heptan (bzw. Benzin)

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    3. 

    05 02 06 propantriol glycerin

    4. Propantriol ist stark hydrophil dank drei Hydroxy-Gruppen. Dadurch polar und kann H-Brücken ausbilden. Es löst sich sehr gut in Wasser und ist in n-Heptan (bzw. Benzin) unlöslich. Ich danke J.K. für das Auffinden des Fehlers. 

    Info: Propantriol ist ungiftig. Auch diese Flüssigkeit schmeckt süß und ist sehr viskos (noch mehr Hydroxy-Gruppen). Auch Glycerin ist ein Frostschutzmittel (selbst in Insekten) und wird auf Grund hygroskopischer Wirkung auch in Cremes, Zahnpasten und Tabak (Shisha-Tabak) zum Feuchthalten benutzt. In Fetten und Ölen ist es mit Fettsäuren verknüpft (siehe später). 

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    5. Zeichne Hexanhexol

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     05 02 06 hexanhexol sorbit

     

    Info: Die ZMKs sind bei Hexanhexol (= "Sorbit") so groß, dass dieser Stoff schon bei Zimmertemperatur fest ist. Er kommt in der Natur in Früchten vor (Pflaumen, Eberesche,...). Hexanhexol wird als Zuckeraustauschstoff benutzt. 

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