Alkane
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01.1 Methan
1. Alkane
1.1 Methan
1.1.1 Vorkommen:
im Erdgas, Sumpfgas, Biogas, Grubengas
1.1.2 Eigenschaften:
- farb- und geruchloses Gas
- geringere Dichte als Luft
- brennbar
1.1.3 Ermittlung der Summenformel (Molekülformel) und Strukturformel
a) Qualitative Analyse (Elementaranalyse)
Hierfür wird der zu untersuchende Stoff verbrannt und die Verbrennungsprodukte werden bestimmt.
Bildet sich Wasser, wird Wasserstoff als Element vorhanden sein;
Kohlenstoff kann man einmal als Ruß (bei unvollständiger Verbrennung) oder als Kohlenstoffdioxid nachweisen. Der Kohlenstoffdioxid-Nachweis erfolgt mit der Kalkwasserprobe. Hierfür wird das entstandene Gas in Kalkwasser eingeleitet. Trübt sich die Lösung, ist Kohlenstoffdioxid vorhanden.- Nachweis von Wasserstoff → Bildung von Wasser → WaTesMo-Papier oder wasserfreies Kupfersulfat.
- Nachweis von C → Bildung von CO2 → Nachweis als CaCO3.
Ca(OH)2 (aq) + CO2 (g) → CaCO3 (s) + H2O (l)
Die Verbrennungsprodukte (Wasser, Kohlenstoffdioxid) ergeben, dass Methan Kohlenstoff, Wasserstoff und eventuell Sauerstoff enthält
b) Bestimmung der molaren Masse
Mit Hilfe der Gaswägung kann man die Molare Masse von Methan bestimmen: M(Methan) = 16 g/mol
Molekülmasse von Methan 16 u
c) Summenformel:
Daraus ergibt sich folgende Summenformel.
CH4
d) Strukturformel:Man zeichnet Methan meist mit einem Winkel von 90°. Dieser Winkel entspricht nicht dem Bindungswinkel (vgl. unten). Man kann sich aber vorstellen, dass man direkt auf das Molekül wie in der zweiten Abbildung dargestellt wird, blickt.
Tetraedrische Anordnung der Wasserstoffatome um das Kohlenstoffatom (Bindungswinkel 109,5 °).
Erklärung: Größtmögliche Entfernung der Wasserstoffatome.
1.1.4 Vollständige Verbrennung:0 -IV +I +IV -II +I -II
2 O2 + CH4 → CO2 + 2 H2O ΔH = - 888 kJ/molHinweis: Wenn die Ermittlungs der Oxidationszahlen Schwierigkeiten macht, dann kann man es hier nochmals nachlesen.
1l Methan benötigt zur vollständigen Verbrennung 10 Liter Luft (2 l Sauerstoff). -
01.4 Butan
Hinweis: 1.2 Ethan und 1.3 Propan wird nur bei ausreichend Zeit und entsprechend vorrätigen Chemikalien als einzelne Punkte besprochen. Da es aber sowieso ähnlich ist, wird an dieser Stelle auf den Heftaufschrieb verzichtet (vgl. weiter unten: Homologe Reihe).
1.4 Butan
1.4.1 Vorkommen
im Erdgas, fällt an bei der Benzingewinnung
1.4.2 Eigenschaften
farbloses Gas, größere Dichte als Luft
brennbar (Verbrennungsprodukte bei vollständiger Verbrennung: CO2 und H2O )
unter Druck leicht verflüssigbar
1.4.3 Ermittlung der Summenformel (Molekülformel) und Strukturformela) Qualitative Analyse (Elementaranalyse)

Die Verbrennungsprodukte (Wasser, Kohlenstoffdioxid) ergeben, dass Methan Kohlenstoff, Wasserstoff und eventuell Sauerstoff enthält
b) Bau und Formeln
1. Molare Masse = 58,12 g/mol
Molekülmasse = 58,12 u
2. Summenformel:C4H10
3. Strukturformel:
a) unverzweigte Kette b) verzweigte Kette

n-Butan Isobutan = 2-Methyl-Propan
Sdp.: - 0,5 °C Sdp.: - 12 °CZMK: nur van-der-Waals-Kräfte; bei n-Butan können sich die Moleküle dichter zusammenlagern und haben dadurch stärkere Zwischenmolekulare Kräfte, d.h. eine etwas höhere Siedetemperatur.
Räumliche Strukturen im Kugelstabmodell. Versucht die einzelnen Abbildungen Isobutan oder n-Butan zuzuordnen. Der Vorteil von Kugelstabmodelle sind, dass sie die Bindungen und Bindungswinkel anschaulich darstellen.

Kalottenmodell von 2-Methyl-Propan (= Isobutan). Bei Kalottenmodellen wird die Raumfüllung deutlich.
Da Strukturformeln bei größeren Molekülen zu lange dauern, hilft man sich mit der Halbstrukturformel aus, wobei die Wasserstoffatome quasi als Summenformel hinter das C geschrieben wird. Man schaut zunächst, wie viele Bindungen ein C schon hat und füllt dann mit so vielen H-Atomen auf, bis die Vierbindigkeit von Kohlenstoff erfüllt ist. Hier am Beispiel von Isobutan.
1.4.4 VerwendungHeizgas („blaue Gaskartuschen“), Kältemittel (Ersatz für FCKW), Treibgas in Sprays, Feuerzeuggas (häufig zusammen mit Propan)
1.4.5 Isomerie
(isos (griech.) = gleich; meros (griech.) = Teil)
Verbindungen, deren Moleküle bei gleicher Summenformel unterschiedliche Strukturformeln besitzen, bezeichnet man als Isomere. Isomere Verbindungen unterscheiden sich vor allem in ihren physikalischen Eigenschaften (Schmelz- und Siedepunkt) und wenig in ihren chemischen Reaktionen.
1.4.6 Vollständige Verbrennung (Oxidation)Wenn Butan vollständig verbrannt (oxidiert) wird, so entsteht dabei ausschließlich Kohlenstoffdioxid und Wasser.
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01.5 Homologe Reihe der Alkane
1.5 Homologe Reihe der Alkane
( homo = gleich, logos = Stoff)
Allgemeine Summenformel der homologe Reihe
CnH2n+2
wichtigste Eigenschaften:- brennbar (bei vollständiger Verbrennung entsteht CO2 und H2O)
- Dichte (g/cm³) kleiner als 1
- in Wasser lösen sich die Alkane nicht (evtl. in Spuren), Alkane sind untereinander in jedem Verhältnis mischbar)
Die homologe Reihe
Eine Reihe von organischen Verbindungen, deren aufeinanderfolgende Glieder sich jeweils um eine bestimmte Atomgruppe, z. B. eine CH2- Gruppe unterscheiden, nennt man homologe Reihe.
Name Summen-
formelStrukturformel Halbstrukturformel Aggregatzustand Methan CH4 
CH4 gasförmig Ethan C2H6 
CH3-CH3 gasförmig Propan C3H8 
CH3-CH2-CH3 gasförmig n-Butan C4H10 
CH3-CH2-CH2-CH3 gasförmig n-Pentan C5H12 
CH3-CH2-CH2-CH2-CH3 flüssig n-Hexan C6H14 
CH3-(CH2)4-CH3 flüssig n-Heptan C7H16 
CH3-(CH2)5-CH3 flüssig n-Octan C8H18 
CH3-(CH2)6-CH3 flüssig n-Nonan C9H20 
CH3-(CH2)7-CH3 flüssig n-Decan C10H22 
CH3-(CH2)8-CH3 flüssig n-Undecan C11H24 
CH3-(CH2)9-CH3 flüssig n-Dodecan C12H26 
CH3-(CH2)10-CH3 flüssig .... n-Heptadecan C17H36 
CH3-(CH2)15-CH3 fest Eine Reihe von organischen Verbindungen, deren aufeinanderfolgende Glieder sich jeweils um eine bestimmte Atomgruppe, z. B. eine CH2- Gruppe unterscheiden, nennt man homologe Reihe.
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01.6 Nomenklatur der Alkane
1.6 Nomenklatur (Benennung) der Alkane
1.6.1 Homologe Reihe der Alkane mit Alkylrest
Ein Alkylrest enthält jeweils ein Wasserstoff-Atom weniger als das entsprechende Alkanmolekül. Alkyle finden sich oft als "Seitengruppe" verzweigter Alkane.
Name Summenformel Name d. Alklys Summenformel Methan CH4 Methylrest -CH3 Ethan C2H6 Ethylrest -C2H5 Propan C3H8 Propylrest -C3H7 allg. Alkane CnH2n+2 Alkylrest -CnH2n+1
1.6.2 Nomenklaturregel für Alkane (Genfer Nomenklatur):Als Beispiel soll folgendes Molekül systematisch benannt werden:

- Alkane haben die Endung -an.
- Der Name des Alkans, das die Hauptkette bildet, liefert den Stammnamen des Stoffs.
Längste Kette der Kohlenstoffkette suchen und „Glattbügeln“.


- Beispiel.: Alle Alkane mit 5 Kohlenstoff-Atomen in der längsten Kette heißen Pentan.
- Die Namen der Seitenketten werden dem Stammnamen vorangestellt.

Beispiel: Methyl-Ethyl-Pentan.
- Um anzuzeigen, an welchem Kohlenstoff-Atom die Seitenkette sitzt, wird die Hauptkette nummeriert. Die Verzweigungsstellen sollen dabei möglichst kleine Zahlen erhalten. Die Zahlen werden den Namen der Seitenketten vorangestellt.

Beispiel: 2,4-Methyl-3-Ethyl-Pentan.
- Treten gleiche Seitenketten mehrfach in einem Molekül auf, so wird das entsprechende Zahl-wort (Di-, Tri-, Tetra-, Penta-) als Vorsilbe verwendet.
Beispiel: 2,4-Dimethyl-3-Ethyl-Pentan.
- Unterschiedliche Seitenketten werden alphabetisch nach dem Namen der Alkylgruppe geordnet.

Beispiel: 3-Ethyl-2,4-Dimethyl-Pentan.
Folgende Abbildung zeigt ein weiteres Beispiel:

- Alkane haben die Endung -an.
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01.6 Übung zur Nomenklatur
1.6.3 Isomere der Summenformel C7H16
Entwickle zur Übung die Halbstrukturformeln der Isomeren der Summenformel C7H16 und benenne die Verbindungen mit ihrem systematischen Namen! Beachte, dass es 9 unterschiedliche Isomere gibt. Im folgenden die Lösungen (mit der Maus darüberfahren, bei der Halbstrukturformel und für den Namen der Verbindung den Text in der Tabelle markieren (hat eine hellgraue Farbe).
Halbstrukturformel
Name der Verbindung
n-Heptan

2-Methylhexan

3-Methylhexan

2,2-Dimethylpentan

2,3-Dimethylpentan

2,4-Dimethylpentan

3,3-Dimethylpentan

2,2,3-Trimethylbutan

3-Ethylpentan
tr
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01.7 Struktur und Eigenschaften der Alkane
1.7 Struktur und Eigenschaften der Alkane
1.7.1 Bindungsverhältnisse
a) Bindungsverhältnisse im Molekül lassen bestimmte chemische Verhalten voraussagen:
- sehr starke Einfachbindung
→ reaktionsträge - fast unpolare Atombindung
→ normalerweise keine Reaktion als Säure (auch keine Eigenprotolyse), da kein Proton abgespalten wird.
→ bei starken Erhitzen bzw. starkem Angriff kommt es zur symmetrischen (radikalischen, homolytischen) Spaltung der Bindung.- keine freien Elektronenpaare
→ kann nicht als Base reagieren (kann ja kein Proton aufnehmen) - keine Elektronenpaarlücke
→ kann nicht als nucleophiles Teilchen reagieren b) Bindungen bzw. Kräfte zwischen den Molekülen (ZMKs) sind verantwortlich für die physikalische Eigenschaften (Siedetemperatur, Schmelztemperatur, Löslichkeit, etc.)
- nur van-der-Waalskräfte
- keine Wasserstoffbrücken
- keine Dipol-Dipol-Wechselwirkungen
- Siedepunkt ist niedrig (steigt mit der Molekülgröße)
- Schmelzpunkt ist niedrig (steigt mit der Molekülgröße)
- Löslichkeit: schlecht mit Stoffen in denen starke Wasserstoffbrücken vorliegen
- Löslichkeit: schlecht mit polaren Stoffen
- Alkane lösen keine Salze, da sie keine Solvationshüllen ausbilden
Alkane sind typisch unpolare Stoffe (hydrophob, wassermeidend).
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01.9 Reaktion von Alkanen mit Halogenen
1.9 Reaktion von Alkanen mit Halogenen
1.9.1 Versuch
Experiment:
Gemisch aus 4 ml Isooctan (2,2,4-Trimethylpentan) und 1,3 ml Brom werden belichtet.
An das entstehende Gas wird...- ... Flasche mit konz. Ammoniak
- ... feuchtes pH-Papier
gehalten.
Es entstehen
a) ein farbloses Gas:- Nebelbildung an feuchter Luft (HBr);
- mit Ammoniak bildet sich ein weißer Rauch (Ammoniak und der Stoff reagiert zu einem porösen Salz (NH4Br);
- angefeuchtetes Indikatorpapier färbt sich rot (Säure muss entstanden sein (HBr).
→ Die Beobachtungen sprechen dafär, dass das farblose Gas Bromwasserstoff (HBr) ist.
b) eine Flüssigkeit:- größere Dichte als Wasser;
- Beilsteinprobe positiv (Beisteinprobe: halogenhaltige Verbindungen ergeben mit Kupfer in der Flamme eine Grünfärbung).
→ die Flüssigkeit ist Bromalkan (hauptsächlich)
1.9.2 Reaktionsschema
Alkan + Brom ----(Belichtung)------> Bromalkan + Bromwasserstoff
Allgemein
Alkan + Halogen ----(Belichtung)------> Halogenalkan + Halogenwasserstoff1.9.3 Reaktionsmechanismus
(vereinfacht: statt Isooctan mit Methan)
Folgende Abbildung zeigt den Reaktionsmechanismus der radikalischen Substitutionsreaktion zu einem Halogenalkan unter Bildung eines Halogenwasserstoffs.
Merke: Reaktionen, bei denen Atome oder Atomgruppen einer Verbindung durch andere Atome ersetzt werden, bezeichnet man als Substitution.
Die Bromierung von Methan ist eine radikalische Substitution (SR-Reaktion).
1.9.4 Halogenalkane
a) Halogenalkane sind Derivate (Abkömmlinge) der Alkane.
b) Eigenschaften der Halogenalkane:
Löslichkeit
Halogenalkane sind in Wasser unlöslich.
Sie sind sehr gute Lösungsmittel für Alkane und Fette (hydrophobe Stoffe)
Dichte
Halogenalkane haben meistens eine größere Dichte als 1 g/cm³
Siedetemperatur
Sie liegen bei Halogenalkanen höher als die vergleichbarer Alkane (Grund: größere van-der-Waals-Kräfte)
Brennbarkeit
Je mehr H-Atome durch Halogen-Atome ersetzt sind, umso schlechter ist die Brennbarkeit der Halogenalkane
c) Verwendung:
- hervorragende Lösungsmittel: (Extraktion pflanzlicher Öle, entfetten von Metallteilen, chemische Reinigung,....)
- Treibgase in Sprays;
- Kältemittel für Kühlanlagen;
- Feuerlöschmittel (Halon, Bromtrifluormethan)
- Desinfektionsmittel (Jodoform, Trijodmethan);
- Insektizide (Lindan, Hexachlorcyclohexan)
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2.4 Vergleich: Ethen – Ethan
2.4 Vergleich: Ethen – Ethan
Aufgabe: vervollständige die Tabelle
Ethan Ethen Strukturformel Bindungswinkel 109,5 °
(= "_________________")
______° C-C-Bindungsabstand 154 pm 135 pm C-Bindungsenergie 348 kJ/mol 614 kJ/mol bevorzugter Reaktionstyp {slider title="Lösung" open="false" class="icon"}
{/sliders}
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4.4 Der räumliche Bau von Molekülen
4.4 Der räumliche Bau von Molekülen
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Etwas genauer, mit mehr Abbildungen gibt es auf der Basischemie-Seite. Zum Lernen vielleicht besser geeignet. Den Tafelanschrieb gibt es aber komprimierter auf dieser Seite.
Übungsseiten zum räumlichen Bau von Molekülen
{/sliders}
Im Kugelwolkenmodell ordnen sich die vier energetisch gleichwertigen Orbitale tetraedrisch an. Durch die gegenseitige Abstoßung (durch die gleiche, negative Ladung der Elektronen) der „Elektronenwolke“ erreichen sie so den größtmöglichen Abstand voneinander: Tetraederwinkel: 109,5 °
a) Das Methan-Molekül (CH₄)
Die 4 Wasserstoff-Atome sind tetraedrisch um das Kohlenstoff-Atom angeordnet. Die bindenden Elektronenpaare haben somit den größtmöglichen Abstand voneinander.
b) Das Ammoniak-Molekül (NH₃):
Im Ammoniak-Molekül stoßen sich die drei bindenden und das eine freie Elektronenpaar gegenseitig ab. Die Winkel zwischen den bindenden Elektronenpaaren sind jedoch nur 107° (statt 109,5°).
Erklärung(durch Zusatzannahmen): Die „Elektronenwolke“ eines nichtbindenden Elektronenpaares nimmt einen größeren Raumbereich ein als die eines Bindungselektronenpaars. Sie drückt daher die anderen „Elektronenwolken“ etwas näher zusammen. Der Bindungswinkel wird kleiner.
Merke: Nichtbindende Elektronenpaare nehmen einen größeren Raum ein als bindende Elektronenpaare. Info für Interessierte: Das oben genanntes Modell ist ein vereinfachtes VSEPR-Modell (Abkürzung für englisch valence shell electron pair repulsion, deutsch Valenzschalen-Elektronenpaar-Abstoßung), auch EPA-Modell (Elektronenpaarabstoßungs-Modell)















